Sie bewahren die Schätze der Vergangenheit? Dann teilen Sie sie für die Zukunft!
Ich unterstütze und berate Museen, Archive und Gedenkstätten dabei, ihre Objekte, Quellen und Geschichten zugänglich zu machen.
Ich möchte die Vergangenheit lebendig und angepasst an die jeweiligen Präferenzen und Bedürfnisse unterschiedlicher Zielgruppen vermitteln. Mein Fokus liegt dabei auf den Lebens- und Arbeitsumständen jener, deren Biografien bisher eher selten Beachtung gefunden hat.
Orte, Dokumente und Objekte ermöglichen einen Einblick in die Lebensrealität von Personen, die ihre Geschichte nicht mehr selbst erzählen können. Was verrät uns etwa ein Brief über die Zeit, in der er geschrieben wurde? Welche Rückschlüsse lassen sich daraus auf die Lebensumstände des Verfassers oder der Verfasserin schließen? Auch Objekte erzählen Geschichten, die einen Einblick in den Alltag ermöglichen.
Mit wissenschaftlicher Sorgfalt und Empathie nähere ich mich den Menschen der Vergangenheit, um ihre Lebensrealität(en) den Menschen der Gegenwart zugänglich zu machen.
Was ich anbiete
Objektgeschichte, Biografien und quellenbasiertes Storytelling
Geschichte wird durch Menschen lebendig. Anhand historischer Zeugnisse wie Briefen, Urkunden, Zeitungsartikeln rekonstruiere ich Alltagserfahrungen, soziale Kontexte und individuelle Motivationen. Wie lebten und arbeiteten Menschen in vergangenen Epochen? Welche gesellschaftlichen Strukturen und sozialen Normen prägten ihr Handeln? Was bewegte sie? Was trieb sie an? Genau das finde ich heraus!
digitale und analoge Kultur- und Geschichtsvermittlung
Wird ein Angebot auf Social-Media ausgespielt, sollte es dort zu finden sein, wo sich die vorher definierte Zielgruppe sammelt. Ich berate Sie gerne bei der Wahl der passenden Plattform.
Unabhängig davon, ob es sich um ein analoges, digitales oder auch hybrides Format handelt, sollte ein Anknüpfungspunkt zur Lebensrealität der Follower angeboten werden. Je weniger abstrakt ein Thema dargestellt wird, desto einfacher ist der Zugang für das Publikum.
Instagram und Co. sind Beziehungsarbeit. Deshalb ist die Interaktion mit den Followern, die Moderation der Kommentare samt Hinweis auf die obligatorische Netiquette essenziell für gelungenes Community Management und bedarf fortlaufender Aufmerksamkeit. Ich berate und unterstütze Sie gerne in der Kommunikation mit Ihrer Community, um diese nachhaltig zu erweitern.
Multimediaguides, Webseiten, Podcasts und andere statische Formate verlangen weniger langfristig Aufmerksamkeit. Mittels zielgruppenfokussierter Themenwahl, Konzeption des Vermittlungsformats sowie Öffentlichkeitsarbeit werden Menschen erreicht, die häufig mit unsichtbaren Hürden im Kulturkonsum konfrontiert sind. Was ich mit unsichtbaren Hürden meine, führe ich im Punkt Meine Motivation aus.
klassisumssensible Kommunikation und Vermittlung
Sprache darf nicht ausschließen! Deshalb vermeide ich Fachtermini, erläutere erklärungsbedürftige Begriffe und liefere historischen Kontext. Und: Kurze Sätze lesen sich angenehmer.
Meine Referenzen
LAUTseit1525
LAUTseit1525 vermittelt Aspekte des Bauernkriegs auf Instagram als Teil der Großen Landesausstellung 2024/25 des Landesmuseums Württemberg. Der Wissensaccount @lautseit1525 erläutert den historischen Kontext, erklärt Zusammenhänge, macht Fakten zur Alltagskultur der Frühen Neuzeit zugänglich und bietet einen lebendigen Dialograum über die Bedeutung und Interpretationen vergangener Ereignisse für unsere Gegenwart. Interaktives Storytelling im Stil einer Graphic Novel stehen für @magda_lautseit1525. Für die Bildgenerierung wurde KI eingesetzt, die Geschichten basieren auf realen Quellen und verfolgen einen mikrohistorischen Ansatz. Beide Accounts vermitteln Geschichte unterhaltsam, nachvollziehbar und vielstimmig. Der Fokus liegt dabei auf weniger dokumentierten Perspektiven, die in der Überlieferung oft nur fragmentarisch auftauchen.
Erinnern. Immer.
Via digital storytelling erzählte in „Erinnern. Immer“ der jüdische Kaufmann Max Hamburger (1881–1942) auf WhatsApp aus seinem Leben und bot Einblick in seinen Alltag in Aschaffenburg vor der Zeit des Nationalsozialismus.
Die Text-, Bild- und Sprachnachrichten vermitteln einen persönlichen Eindruck dieser Zeit und machen das selbstverständliche Miteinander vor der Ausgrenzung von Juden*Jüdinnen anschaulich. Die Nachrichten verweisen auf Orte, die für Max persönlich wichtig waren und die bis heute für die Stadtgesellschaft relevant sind. Das Projekt lädt dazu ein, diese Orte aufzusuchen und die Stadt aus historischer Perspektive wahrzunehmen. Die Nachrichten basieren auf historischen Quellen, Daten und Fakten, die in der Datenbank Jüdisches Leben in Unterfranken recherchierbar sind.
Industriegeschichte Aschaffenburg![]()
Wie sah das hier früher aus? Was befand sich in diesem Gebäude? Und woher bekam Oma das Material für ihre Heimarbeit? Der Multimediaguide zur Industriegeschichte in Aschaffenburg geht diesen und vielen weiteren Fragen auf den Grund, setzt das heutige Stadtbild mit Hilfe historischen Bildmaterials ins Verhältnis zur Vergangenheit und lädt dazu ein, die Stadt mit dem Smartphone selbstständig mit „historischer Brille“ zu erkunden. Jede Station rückt einen bestimmten Industriezweig in den Fokus, viele davon bestehen heute in Aschaffenburg nicht mehr. Der für die industrielle Entwicklung der Stadt wichtige Anschluss ans Schienennetz wird erläutert. Auch die Situation der Arbeiter*innen in den Fabriken und jenen, die als Heimarbeiter*innen etwa für Kleiderfabriken beschäftigt waren, wird beleuchtet und nähert sich so der Lebensrealität weniger privilegierter Gesellschaftsschichten an.
250 Jahre André
2024 feierte Offenbach das 250-jährige Bestehen des Musikverlags André mit einer Konzertreihe, in deren Rahmen u.a. musikalische Schätze aus dem André-Archiv gespielt wurden. Als haptische Begleitung des Jubiläumsjahrs wurde eine Broschüre veröffentlicht. Neben der Ankündigung aller Konzerte und flankierenden Kulturveranstaltungen, lieferte sie Hintergrundwissen zu der aus Frankreich geflohenen, ursprünglich hugenottischen Familie André, ihrer Ankunft in der neuen Heimat Offenbach und der Verlagsgründung. Die Geschichte der Familie André wird als digitales Storytelling auf der Homepage andre250.de weitererzählt. Basierend auf Quellen, nachweisbaren Fakten und veranschaulicht durch Exponate, nähert sich das Storytelling den historischen Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Erzählperspektiven an. So wird ein bedeutsamer Teil der Vergangenheit Offenbachs, der bis in unsere Gegenwart wirkt, im digitalen Raum für Alle zugänglich.
Meine Motivation
Ich bin davon überzeugt, dass die meisten Menschen wissen wollen, mehr über die Vergangenheit lernen möchten und am kulturellen Leben teilhaben wollen. Doch eben dies wird durch unsichtbare Hürden erschwert. Noch immer hängt die Möglichkeit, Zugang zu Wissen und Bildung zu haben, häufig von der Herkunft ab – auch über die Schulzeit hinaus. Klassismus prägt unsere Gesellschaft: Ausgrenzung, Scham, Unsicherheit, vermeintliches Nichtwissen – unter anderem diese Gefühle meine ich mit unsichtbaren Hürden, die den Zugang zu Wissen und Kultur erschweren.
Mein Anliegen ist es, diese Hürden zu verringern. Das Wissen um die Vergangenheit und wie sie unsere Gegenwart mitprägt, darf kein Privileg eines akademischen, bildungsbürgerlichen Publikums sein. Unter dieser Prämisse berate ich Kultureinrichtungen und konzipiere und realisiere Formate, die Menschen mit unterschiedlichen Bildungshintergründen ansprechen und kulturelle Teilhabe erleichtern.
Meine Qualifikationen
Während der Arbeit an meiner Dissertation im Fach Neuere deutsche Literatur, die vom Evangelischen Studienwerk Villigst e. V. gefördert wurde, bildete ich mich mit dem Zertifikatskurs “Sprache der Dinge” des Museumsverbands Hessen e. V. weiter zur Museumspädagogin. Durch Kurse, kollegialen Austausch und Workshops, unter anderem im Bereich Besucher*innenforschung sowie digitales Kuratieren und Kommunizieren, bilde ich mich stetig weiter.
Meinen Master absolvierte ich im Studiengang Sprache, Literatur und Kultur an der Justus-Liebig-Universität Gießen mit der Fächerkombination Neuere deutsche Literatur und Kunstgeschichte, wobei interessengeleitete Ausflüge in die Geschichtswissenschaften mein Curriculum bereicherten. Besonders interessierte mich, wie Autor*innen und Künstler*innen in ihren Werken ihre Gegenwart unter sozialgeschichtlichen Aspekten interpretierten.
Nicht zuletzt sensibilisiert mich mein eigener familiärer Hintergrund für die Bedürfnisse eines heterogenen Publikums. Als Erstakademikerin und sogenanntes Arbeiterkind bin ich sowohl mit wissenschaftlichen Diskursen, Methoden und Arbeitsweisen vertraut, als auch den unsichtbaren Hürden, die kulturelle Teilhabe erschweren können. Und eben deshalb trage ich mit meiner Arbeit dazu bei, Zugang zu Wissen und kulturellen Angeboten zu erleichtern.
Ich berate und unterstütze Sie gerne in den Bereichen:
- Objektgeschichte sowie Zuänglichmachen von Biografien durch quellenbasiertes Stoytelling
- digitale und analoge Kultur- und Geschichtsvermittlung
- klassismussensible Kommunikation und Vermittlung
Geschichte ist […] nicht nur eine Menge alter Geschichte, sondern eine Sammlung von Erfahrungen, aus denen wir für die Zukunft lernen. Je mehr Geschichtsbewusstsein, desto mehr Zukunftsbewusstsein.